So wohnen Einrichter: Jan Reuters Münchner Privatgalerie

Jan Reu­ter beherrscht nicht nur die Kunst des Ein­rich­tens, son­dern ver­steht es auch mit Kunst zu woh­nen. In sei­ner Schwa­bin­ger Woh­nung geben muti­ge Stof­fe, Gemäl­de und Instal­la­tio­nen den Ton an – ohne das Ensem­ble zu überladen.

Über ein har­mo­ni­sches Ensem­ble von Möbeln, Acces­soires und Tex­ti­li­en geht Jan Reu­ters Raum­ver­ständ­nis weit hin­aus: Der pas­sio­nier­te Samm­ler fügt sei­nen Kon­zep­ten mit Vor­lie­be eine künst­le­ri­sche Dimen­si­on hinzu.

Beim Spa­zier­gang durch ein Neu­bau­vier­tel im Stadt­teil Schwa­bing-West hat­te ein sechs- stö­cki­ger Roh­bau einst Jan Reu­ters Neu­gier geweckt. „Ich bre­che wider­recht­lich in jede Bau­stel­le ein“, gesteht er mit Augen­zwin­kern. Durch ein Loch in der Plas­tik­fo­lie, die das Bau­ge­rüst umhüll­te, stell­te er fest: „Die Woh­nung im fünf­ten Stock hat­te genau die rich­ti­ge Höhe, um in die Land­schaft zu bli­cken und nicht auf alles her­ab.“ Schnell war klar, dass er die mit sechs Zim­mern unge­wöhn­lich gro­ße Münch­ner Woh­nung mie­ten wollte.

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Zur Ein­rich­tung ist Jan Reu­ter über Umwe­ge gekom­men. Daher bezeich­net er sich grin­send als Hoff­nungs­trä­ger für alle Eltern mit schul­be­las­te­ten Kin­dern. Nach einer abge­bro­che­nen Leh­re und kauf­män­ni­schen Aus­bil­dung arbei­te­te er meh­re­re Jah­re bei Focus Ein­rich­tun­gen in Mün­chen, bevor er sich selbst­stän­dig machte.

Den­noch haben ihm gera­de sei­ne Eltern das Rüst­zeug für die spä­te­re Beru­fung in die Wie­ge gelegt. „Da wir in mei­ner Kind­heit häu­fig umge­zo­gen sind, war Ein­rich­ten bei uns immer ein The­ma“, erzählt er. „Auch wur­den mei­ne zwei Geschwis­ter und ich sehr musisch erzo­gen. Wobei sich das bei mir weni­ger auf die Musik bezog. Ich habe mich bloß von der Melo­di­ka zur Tri­an­gel her­un­ter­ge­ar­bei­tet. Malen und zeich­nen lag mir mehr.“

Schlafzimmer_Jan_Reuter_Einrichtungen_Muenchen_Fotos_Christoph_Theurer_decohome.de     Ankleide_Jan_Reuter_Einrichtungen_Muenchen_Fotos_Christoph_Theurer_decohome.de

Raum­struk­tu­ren erfasst er heu­te auf einen Blick. Beson­ders das Zusam­men­spiel der Volu­mi­na und wie ein Raum im All­tag funk­tio­niert, inter­es­siert ihn. Die größ­ten Ansprü­che stellt Reu­ter dabei an Mate­ri­al­qua­li­tät und Ver­ar­bei­tung aller Möbel und Acces­soires – wie auch an sich selbst. Son­der­an­fer­ti­gun­gen sind Stan­dard. „Ich habe rela­tiv lei­dens­fä­hi­ge Kun­den, die wert­schät­zen, dass ich es mir nicht leicht mache. Und ihnen auch nicht. Ich brin­ge mich sozu­sa­gen selbst mit. Doch ein Objekt kann letzt­end­lich nur so per­sön­lich wer­den, wie sich der Auf­trag­ge­ber einbringt.“

In sei­nen eige­nen vier Wän­den umgibt sich Reu­ter neben Möbeln von Tho­net oder Flex­form, Design­klas­si­kern und Eigen­ent­wür­fen am liebs­ten mit aus­ge­wähl­ten Stü­cken sei­ner Kunst­samm­lung. „Da ich vor allem Skulp­tu­ren samm­le, ist der größ­te Teil aus Platz­man­gel lei­der eingelagert.“

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Ein Stück den­noch zu besit­zen, ist Aus­druck sei­ner Wert­schät­zung gegen­über dem Künst­ler – aber auch ein wenig Eitel­keit, kon­sta­tiert Reu­ter herr­lich ehr­lich. Sei­ne sehr offen kon­zi­pier­te Woh­nung bie­tet man­gels Wand­flä­chen nur weni­ge Mög­lich­kei­ten für Stau­raum. Ein Fakt, der den Wohn­pro­fi nicht stört: „Vol­le Räu­me machen mich eher ner­vös.“ Ihm rei­chen ein paar Gar­ten­zwer­ge oder ein altes Näh­käst­chen – in dem er übri­gens sein erle­se­nes Tee­sor­ti­ment auf­be­wahrt – als Zita­te für Geborgenheit.

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Neben Kunst und Remi­nis­zen­zen an bür­ger­li­ches Wohn­ge­fühl sam­melt der Ein­rich­ter auch anti­ke Tex­ti­li­en. Selbst­re­dend, dass die­se nur punk­tu­ell zum Ein­satz kom­men, zum Bei­spiel eine Ber­ber­de­cke auf der Tho­net-Lie­ge im Ess­zim­mer, dem größ­ten Raum der Woh­nung. „Die­ser muss ja nicht zwangs­läu­fig das Wohn­zim­mer sein“, befin­det er. „Schließ­lich sit­ze ich mit Besuch immer im Ess­zim­mer – im Wohn­zim­mer nur zum Lesen oder Fern­se­hen.“ Die Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Raum hat für Jan Reu­ter eben mehr als nur drei Dimensionen.

Lesen Sie hier, wie Jan Reu­ter ein expres­si­ves Stoff­des­sin stylt.

www.jan-reuter-einrichtungen.de

Fotos: Chris­toph Theurer

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