So wohnen Einrichter: Jan Reuters Münchner Privatgalerie
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Jan Reuter beherrscht nicht nur die Kunst des Einrichtens, sondern versteht es auch mit Kunst zu wohnen. In seiner Schwabinger Wohnung geben mutige Stoffe, Gemälde und Installationen den Ton an – ohne das Ensemble zu überladen.

Über ein harmonisches Ensemble von Möbeln, Accessoires und Textilien geht Jan Reuters Raumverständnis weit hinaus: Der passionierte Sammler fügt seinen Konzepten mit Vorliebe eine künstlerische Dimension hinzu.

Beim Spaziergang durch ein Neubauviertel im Stadtteil Schwabing-West hatte ein sechs- stöckiger Rohbau einst Jan Reuters Neugier geweckt. „Ich breche widerrechtlich in jede Baustelle ein“, gesteht er mit Augenzwinkern. Durch ein Loch in der Plastikfolie, die das Baugerüst umhüllte, stellte er fest: „Die Wohnung im fünften Stock hatte genau die richtige Höhe, um in die Landschaft zu blicken und nicht auf alles herab.“ Schnell war klar, dass er die mit sechs Zimmern ungewöhnlich große Münchner Wohnung mieten wollte.

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Zur Einrichtung ist Jan Reuter über Umwege gekommen. Daher bezeichnet er sich grinsend als Hoffnungsträger für alle Eltern mit schulbelasteten Kindern. Nach einer abgebrochenen Lehre und kaufmännischen Ausbildung arbeitete er mehrere Jahre bei Focus Einrichtungen in München, bevor er sich selbstständig machte.

Dennoch haben ihm gerade seine Eltern das Rüstzeug für die spätere Berufung in die Wiege gelegt. „Da wir in meiner Kindheit häufig umgezogen sind, war Einrichten bei uns immer ein Thema“, erzählt er. „Auch wurden meine zwei Geschwister und ich sehr musisch erzogen. Wobei sich das bei mir weniger auf die Musik bezog. Ich habe mich bloß von der Melodika zur Triangel heruntergearbeitet. Malen und zeichnen lag mir mehr.“

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Raumstrukturen erfasst er heute auf einen Blick. Besonders das Zusammenspiel der Volumina und wie ein Raum im Alltag funktioniert, interessiert ihn. Die größten Ansprüche stellt Reuter dabei an Materialqualität und Verarbeitung aller Möbel und Accessoires – wie auch an sich selbst. Sonderanfertigungen sind Standard. „Ich habe relativ leidensfähige Kunden, die wertschätzen, dass ich es mir nicht leicht mache. Und ihnen auch nicht. Ich bringe mich sozusagen selbst mit. Doch ein Objekt kann letztendlich nur so persönlich werden, wie sich der Auftraggeber einbringt.“

In seinen eigenen vier Wänden umgibt sich Reuter neben Möbeln von Thonet oder Flexform, Designklassikern und Eigenentwürfen am liebsten mit ausgewählten Stücken seiner Kunstsammlung. „Da ich vor allem Skulpturen sammle, ist der größte Teil aus Platzmangel leider eingelagert.“

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Ein Stück dennoch zu besitzen, ist Ausdruck seiner Wertschätzung gegenüber dem Künstler – aber auch ein wenig Eitelkeit, konstatiert Reuter herrlich ehrlich. Seine sehr offen konzipierte Wohnung bietet mangels Wandflächen nur wenige Möglichkeiten für Stauraum. Ein Fakt, der den Wohnprofi nicht stört: „Volle Räume machen mich eher nervös.“ Ihm reichen ein paar Gartenzwerge oder ein altes Nähkästchen – in dem er übrigens sein erlesenes Teesortiment aufbewahrt – als Zitate für Geborgenheit.

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Neben Kunst und Reminiszenzen an bürgerliches Wohngefühl sammelt der Einrichter auch antike Textilien. Selbstredend, dass diese nur punktuell zum Einsatz kommen, zum Beispiel eine Berberdecke auf der Thonet-Liege im Esszimmer, dem größten Raum der Wohnung. „Dieser muss ja nicht zwangsläufig das Wohnzimmer sein“, befindet er. „Schließlich sitze ich mit Besuch immer im Esszimmer – im Wohnzimmer nur zum Lesen oder Fernsehen.“ Die Auseinandersetzung mit dem Raum hat für Jan Reuter eben mehr als nur drei Dimensionen.

Lesen Sie hier, wie Jan Reuter ein expressives Stoffdessin stylt.

www.jan-reuter-einrichtungen.de

Fotos: Christoph Theurer

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