Wabi Sabi oder die Liebe zum Unvollkommenen

Wabi Sabi, ein Trend, der sich im Inte­ri­or gera­de gro­ßer Beliebt­heit erfreut, lehrt die Wert­schät­zung des Authen­ti­schen und Unper­fek­ten. Beschrei­ten Sie also mit uns den Weg wohn­lich insze­nier­ter Acht­sam­keit und inspi­zie­ren die wesent­lichs­ten Elemente.

Titel­bild: Küche B3 von Bult­haup

Was bedeutet Wabi Sabi eigentlich?

Wabi Sabi ist ein im Japan des 16. Jahr­hun­derts gepräg­ter Begriff für ein ästhe­ti­sches Kon­zept. Es geht um die Wahr­neh­mung von Schön­heit und ist eng mit dem Zen-Bud­dhis­mus ver­bun­den. Aber nicht die offen­kun­di­ge Schön­heit wird hier gefei­ert, son­dern jene des Unschein­ba­ren oder auch schein­bar Unvoll­kom­me­nen. Dabei bedeu­te­te der Begriff Wabi ursprüng­lich so viel wie ein­sam oder ver­lo­ren und wan­del­te sich im Lau­fe der Zeit in ein posi­ti­ves Ver­ständ­nis: der Freu­de am Einsam-Stillen.

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Klei­ne Unre­gel­mä­ßig­kei­ten machen jedes Hand gefer­tig­te Stück zum Uni­kat (My Litt­le Fabric)

Der Gedanke dahinter

Die Phi­lo­so­phie hin­ter die­sem Kon­zept beschränkt sich auf die fol­gen­den drei ein­fa­chen Wahr­hei­ten: nichts bleibt, nichts ist abge­schlos­sen und nichts ist perfekt.

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Auf die Struk­tur unter­schied­li­cher Web­ar­ten und Garn­stär­ken setzt die spa­ni­sche Desi­gne­rin Nani Mar­qui­na mit ihren Teppichen

Raumgestaltung als Therapieform

Wenn das Mehr von Allem nichts zurück­lässt als Stress und Unzu­frie­den­heit scheint Wabi Sabi zur The­ra­pie­form unse­rer reiz­über­flu­te­ten Welt zu wer­den. Es han­delt sich also viel­mehr um eine Lebens­ein­stel­lung denn einen klas­si­schen Ein­rich­tungs-Trend. Den­noch lässt sich Wabi Sabi vor allem im pri­va­ten Bereich umset­zen und gestal­ten. Dafür muss man ler­nen, sich auf die ein­fa­chen und klei­nen Din­ge des Lebens zu fokus­sie­ren, jen­seits von mate­ri­el­lem Wert. Redu­zier­te orga­ni­sche For­men erzeu­gen in ihrem spar­sa­men Mit­ein­an­der den Ein­druck von Beschei­den­heit, Har­mo­nie und Ordnung.

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Der Ein­rich­ter Axel Ver­vo­or­dt bringt die Phi­lo­so­phie auf den Punkt. Das gan­ze Cha­let sehen Sie hier.

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Natur­be­las­se­nes Holz, mat­te Schrank­fron­ten und polier­ter Stein bestim­men die schlich­te Ele­ganz die­ser Küche (Dek­ton)

Natürliche Materialien

Ver­wen­det wer­den vor allem natür­li­che, cha­rak­ter­star­ke Mate­ria­li­en in schnör­kel­lo­sem Design – wie Holz, Leder, Stahl sowie Stein oder auch mal Beton. Alles ger­ne mit Gebrauchs­spu­ren wie abblät­tern­dem Lack oder Rost. Zu die­sen gesel­len sich hand­ge­töp­fer­te Kera­mik sowie Heim­tex­ti­li­en aus rei­ner Wol­le und Lei­nen oder flau­schi­ge Fel­le. Dabei schenkt die Wabi-Sabi-Denk­wei­se Macken, Ecken und Kan­ten Beachtung.

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Ger­ne darf man Gebrauchs­ge­gen­stän­den ihre hand­werk­li­che Her­stel­lungs­wei­se anse­hen, wie bei getrie­be­nem Metall (Fla­mant)

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Ob Strick oder Loden – beliebt ist der Mix mit unter­schied­li­chen Struk­tu­ren (Nep­tu­ne)

Dezente Farben und gelebte Oberflächen

Zurück­hal­ten­de Nuan­cen und vor allem erdi­ge Töne bestim­men das Ambi­en­te. Grel­le Far­ben und har­te Akzen­te haben hier nichts verloren.

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Erdi­ge Töne in mat­tem Finish wir­ken beru­hi­gend (Litt­le Greene)

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Hand­ge­floch­te­ne Kör­be zur Auf­be­wah­rung der aufs Not­wen­di­ge redu­zier­ten Hab­se­lig­kei­ten (ASM)

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Mes­sing­far­be­ne Arma­tu­ren ver­edeln die ganz in Stein ver­klei­de­te Dusche (Dorn­bracht)

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Medi­ta­ti­ve Ruhe scheint von die­sem ganz in gedeck­ten Far­ben gehal­te­nen Schlaf­raum aus­zu­ge­hen (Gra­ham & Co)

Qualitätsanspruch

Die weni­gen Din­ge, die den Raum bestim­men, soll­ten von guter Qua­li­tät sein. Der Ein­satz hoch­wer­ti­ger, in mög­lichst rei­ner Form ver­wen­de­ter Mate­ria­li­en wird auch dem Anspruch an Nach­hal­tig­keit gerecht, der zu die­ser Lebens­hal­tung unwei­ger­lich dazugehört.

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Hand­ge­fer­tig­te Kera­mik steht bei Wabi Sabi-Fans hoch im Kurs (Kris­ti­na Dam Studio)

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