Stockholm Design in ruhigen Tönen

Under­state­ment kann man nicht ler­nen, es muss von selbst wach­sen. Joan­na und David lie­ben den zurück­hal­ten­den Vibe ihrer Woh­nung im Stock­holm Design. Bit­te ein­tre­ten in eine wun­der­bar ent­spann­te Home­sto­ry aus dem neu­en Bild­band „The Kin­folk Home“.

Der Blick aus dem fünf­ten Stock geht auf Öster­malm, eine von Stock­holms ruhi­gen Wohn­ge­gen­den. Aber eben nicht zu ruhig. „Ich lie­be es, in der Stadt zu woh­nen. Die­se Atmo­sphä­re, wenn man aus dem Gebäu­de tritt und über­all ist Leben“, erklärt Johan­na Lavén. Mit ihrem Mann David Wahl­gren und den bei­den Töch­tern Eli­se und Julie lebt sie hier in einem Haus, das zwi­schen 1913 und 1918 vom Archi­tek­ten H. Wes­ter­lund erbaut wurde.

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Johan­na ist Stil­be­ra­te­rin und damit den gesam­ten Tag umge­ben von Far­ben. Daheim braucht sie daher das Kon­trast­pro­gramm: viel Grau, ein wenig Gold, Ruhe. Nie­mals soll­te ihr Zuhau­se über­trie­ben gestylt wir­ken. „Es ist ent­span­nen­der, die Ästhe­tik in unse­rer Woh­nung schlicht zu hal­ten“, kom­men­tiert sie. Und spricht damit auch David aus der See­le. Bereits vor dem Ein­zug in Öster­malm teil­ten die bei­den seit 14 Jah­ren Herz und Haus. Ihr Stil ist also gemein­sam gewachsen.

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Pro­gram­mie­rer David umgibt sich beruf­lich mit tro­cke­ne­ren Din­gen. Die Ein­rich­tung sieht er als Gele­gen­heit, sich im wahrs­ten Sin­ne Raum zu schaf­fen. Die Prot­ago­nis­ten sind dabei vor allem robus­te Möbel, die eine Geschich­te erzäh­len – meist erstan­den in Online-Auk­tio­nen. Es ist ihr per­sön­li­ches klei­nes State­ment gegen die Mas­sen­pro­duk­ti­on, gegen die Weg­werf­ge­sell­schaft. „Mir gefällt sehr, dass wir nicht zu der Mas­sen­pro­duk­ti­on von Gegen­stän­den bei­tra­gen, die gekauft und nach ein paar Jah­ren weg­ge­wor­fen wer­den“, sagt Johanna.

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Ein wei­te­rer Grund­pfei­ler ent­spann­ten Zusam­men­le­bens: „Unter dem Küchen­tisch lie­gen schon mal Krü­mel, aber das stört mich nicht“, so die zwei­fa­che Mut­ter. Fami­li­en­le­ben ist eben nicht super­sau­ber und erst recht nicht clean. Die wich­tigs­ten Din­ge sei­en eine Lage, die man liebt und genug Platz für die Fami­lie. „Und eine schö­ne Küche ist ein gro­ßes Plus.“

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Viel­leicht ist es eben die­se wun­der­ba­re Art, sich selbst und sei­ne Umge­bung nicht zu wich­tig zu neh­men, die ihr Zuhau­se im Stock­holm Design so beson­ders macht. Die Bil­der sind Teil des neu­en Bild­bands „The Kin­folk Home“. Allen Home­sto­rys gemein ist das ver­ant­wor­tungs­be­wuss­te, aber unge­zwun­ge­ne Under­state­ment der Men­schen, die uns ihre Türen öff­nen. Acht­sam­keit und Slow Living – gera­de sehr modi­sche, aber abs­trak­te Schlag­wor­te, die eine gan­ze Gene­ra­ti­on defi­nie­ren sol­len. Hier wer­den sie auf eine ganz per­sön­li­che Ebe­ne gebracht, mensch­lich, ver­ständ­lich und kon­kret. Unser Fazit: Ein wun­der­ba­rer Bild­band für alle, die sich ent­las­ten wol­len – im Geis­te wie im Alltag.

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The Kin­folk Home, 39,95 Euro, Knesebeck

Fotos: Kris­to­fer Johnsson

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