Italienische Stoffe und ihre Herstellung

Beim vene­zia­ni­schen Stoff­her­stel­ler Rubel­li ent­ste­hen Pracht­stü­cke noch am Hand­web­stuhl. Weil fest­steht: Trotz bes­ter tech­ni­scher Aus­stat­tung gibt es Qua­li­tä­ten, die kei­ne Maschi­ne der Welt her­vor­brin­gen kann.

Tradition und Innovation

Tra­di­ti­on ist bis heu­te Pro­gramm und steht in kei­ner­lei Wider­spruch zur Inno­va­ti­on, der sich das Unter­neh­men in tech­ni­scher wie krea­ti­ver Hin­sicht wid­met. Die Tex­til­dy­nas­tie aus Vene­dig ist berühmt für ihre glän­zen­den Sei­den und pracht­vol­len Renais­sance-Dessins. Noch heu­te machen Sei­den rund 40 Pro­zent der Gesamt­pro­duk­ti­on aus.

Zwar wur­den die­se sowie das Lager inzwi­schen aufs Fest­land ver­legt, doch im Palaz­zo Cor­ner Spi­nel­li im Her­zen der Lagu­nen­stadt lau­fen bis heu­te die Fäden zusam­men. Hier lagern im his­to­ri­schen Stoff­ar­chiv über 6000 Stoff­mus­ter. Ein rei­cher Fun­dus für die Ent­wür­fe des Designteams.

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Designer-Eldorado in Cucciago

Umge­setzt wer­den die­se heu­te auf moderns­ten com­pu­ter­ge­steu­er­ten Jac­quard­web­stüh­len im nahe Como gele­ge­nen Pro­duk­ti­ons­stand­ort Cuc­cia­go. „Der Vor­teil der eige­nen Pro­duk­ti­on ist, dass wir unse­re Stof­fe von der Faser an ent­wi­ckeln, der schöp­fe­ri­sche Pro­zess also ganz früh anfängt“, ist das Krea­tiv­team uni­so­no begeis­tert. „Wir Desi­gner sen­den die Pro­dukt­da­tei­en direkt an die Web­stüh­le, füh­ren auch Pro­ben selbst durch, ent­schei­den über jedes Pixel der rund 14 000 Kett­fä­den und suchen jeden ein­zel­nen Schuss­fa­den aus.“

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Produktionshalle-mit-Jacquardwebstuehlen-in-Cucciago-Rubelli-decohome.de
 

Herrin der hölzernen Riesen

Wäh­rend im hoch­ge­rüs­te­ten Maschi­nen­park 28 elek­tro­ni­sche Web­stüh­le per Knopf­druck Meter machen, klap­pern im Dach­ge­schoss über den Büros vier Hand­web­stüh­le. Her­rin über die­ses Reich ist Lori­ta Bel­loc­co. Ihre „mecha­ni­schen Freun­de“ nennt sie die höl­zer­nen Rie­sen lie­be­voll. Mit geüb­ter Hand spannt sie die Kett­fä­den und schießt das Weber­schiff­chen zwi­schen ihnen hindurch.

Auch das Garn für das Weber­schiff­chen hat Lori­ta Bel­loc­co zuvor von Hand auf­ge­spult. Bis zu zwei Tage kann die Voll­endung von einem Meter Sopra­riz­zo dau­ern – ein gemus­ter­ter Sei­den­samt, des­sen schim­mern­de Ober­flä­che kei­ne Maschi­ne der Welt hin­be­kommt. „Natür­lich ver­su­chen wir auch mit unse­ren elek­tro­ni­schen Web­stüh­len die­sen Effekt zu erzie­len,“ plau­dert sie aus dem Näh­käst­chen. „Doch bis­lang ist das noch nicht gelungen.“

Die Hand­we­be­rei ist eine Kno­chen­ar­beit, bei der Lori­ta Bel­loc­co ledig­lich bei Bedarf eine wei­te­re Kol­le­gin zur Hand geht. Und daher auch ein Auf­wand, der Son­der­pro­jek­ten vor­be­hal­ten bleibt.

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Handwebstuhl-mit-Kettfaeden-Cucciago-Rubelli-decohome.de
 
Handwebstuehle-in-Cucciago-Rubelli-decohome.de
 

Das Rubelli Imperium

Ales­san­dro Fava­ret­to Rubel­li ist die graue Emi­nenz des Impe­ri­ums, zu dem auch das fran­zö­si­sche Textilla­bel Domi­ni­que Kief­fer, eine exklu­si­ve Koope­ra­ti­on mit Arma­ni Casa, die US-Mar­ke Donghia sowie die eige­ne Möbel­li­nie von Rubel­li Casa zählen.

Auch wenn er die Geschäf­te längst an sei­ne Söh­ne über­ge­ben hat, ist der Prä­si­dent der Rubel­li-Grup­pe noch jeden Tag in sei­nem Büro in Vene­dig anzu­tref­fen. Ein sol­ches Unter­neh­men ist schließ­lich nicht irgend­ein Job, son­dern eine Lebens­auf­ga­be, eine Passion.

www.rubelli.com

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