Modezarin Rosita Missoni zeigt uns ihr Zuhause

War­um die Gran­de Dame des Zick­zack-Designs kei­ne Lei­den­schaft mehr für Mode hegt und mit wie vie­len ihrer Home-Ent­wür­fe sie selbst lebt: Rosi­ta Mis­so­ni öff­net die Flü­gel­tü­ren zu ihrem pri­va­ten Reich.

Als das jun­ge Ehe­paar Mis­so­ni Ende der 50er-Jah­re sein ers­tes Schau­fens­ter im Mai­län­der Edel­kauf­haus La Rinas­cen­te begut­ach­te­te, tru­gen alle Pup­pen Augen­bin­den. Es war acht Uhr abends, Nebel lag über der ver­las­se­nen Piaz­za del Duo­mo. Ein Hand­wer­ker pas­sier­te die klei­ne Grup­pe, schau­te auf die Sze­ne­rie und sag­te: „Was für ein Glück, dass die sich nicht sehen kön­nen …“ Alle lach­ten. Die­se bun­ten Strei­fen­klei­der waren neu, gewagt – etwas, wor­über man sprach. Und ver­kauf­ten sich wie Sahnetörtchen.

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In Woh­nung wie Design kaum zu über­se­hen – ein aus­ge­präg­tes Fai­ble für Blu­men. „In unse­rem Gar­ten in Sum­i­ra­go blü­hen sie das gan­ze Jahr über.“

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Es war der Start­schuss für einen lan­gen Weg in klei­nen Schrit­ten. Der Erfolg ließ Rosi­ta Mis­so­ni den­noch nie ver­ges­sen, was wich­tig ist: Fami­lie, echt blei­ben, zufrie­den sein, das Schö­ne im Unbe­kann­ten sehen. Eine Lei­den­schaft für das, was man tut.

Rosi­tas Lei­den­schaft für Mode ist vor lan­ger Zeit ver­siegt. Wenn sie bei einem Paris-Besuch die Rue du Bac in Rich­tung ihres Apart­ments hin­un­ter­schlen­dert, ist sie nie­mals ver­sucht, die umlie­gen­den Bou­ti­quen zu entern. Ihr Herz gehört jetzt der Einrichtung.

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Unter hohen fran­zö­si­schen Hauss­mann-Decken kom­men Weg­ners „Wish-bone Chairs“ (Carl Han­sen & Søn) und geo­me­trisch gemus­ter­te Mis­so­ni-Pie­ces zusammen

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Gegen­be­weis zur The­se, dass man star­ke Mus­ter nicht mixen sollte

Nach­dem ihre drei Kin­der 1997 ins Unter­neh­men ein­stie­gen und Toch­ter Ange­la sie als Chef­de­si­gne­rin ablös­te, ver­such­te die damals 65-Jäh­ri­ge ein Leben als Groß­mut­ter. Zu Hau­se sein, im Gar­ten gra­ben, die Enkel zur Schu­le brin­gen. Ein paar Wochen hielt sie durch. Prompt war sie zurück und küm­mer­te sich um die bis dahin ver­nach­läs­sig­te Home Collec­tion. „Design und Style sind heu­te selbst jun­gen Leu­ten wich­tig, das sehe ich an mei­nen Enkel­kin­dern. Inte­ri­or ist Mode geworden.“

Noch immer, über 80-jäh­rig, ist sie ver­ant­wort­lich für den Look der Stof­fe, Tep­pi­che und Acces­soires. Nur weni­ge Labels haben über Jahr­zehn­te hin­weg einen der­art strin­gen­ten und wie­der­erkenn­ba­ren Stil eta­bliert wie Mis­so­ni. Die Fra­ge, ob sie an irgend­ei­nem Punkt ihrer lan­gen Kar­rie­re mal genug von Zick­zack, Strei­fen oder Blü­ten hat­te, fin­det Rosi­ta absurd. Das sei­en doch end­los varia­ble Mus­ter! Die Mus­ter, die sie liebt.

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Wie alles anfing

Als die 16-jäh­ri­ge Rosi­ta Jel­mi­ni 1948 den Hür­den­lauf der Olym­pi­schen Spie­le in Lon­don ver­folg­te, erreich­te Otta­vio Mis­so­ni als Sechs­ter die Ziel­li­nie. Er war 27 Jah­re alt und „ein Methu­sa­lem für mich“, erin­nert sie sich ver­schmitzt lächelnd. Fünf Jah­re spä­ter hei­ra­te­ten die bei­den und grün­de­ten ihre Webe­rei für Ath­le­ten-Anzü­ge. Wenig krea­tiv für schö­ne Geister.

Otta­vio hat­te einen Sinn fürs Geo­me­tri­sche, ich für Fashion.“ Also ent­warf er Stof­fe, aus denen sie unge­wöhn­li­che Klei­der mach­te. „Das Gute: Wir strit­ten beim Arbei­ten so viel über Zick­zack und Far­ben, dass wir es daheim kaum noch taten.“ 2013 ver­starb Otta­vio. Das gemein­sa­me Häus­chen in Sum­i­ra­go ist rege fre­quen­tier­ter Treff­punkt für Kin­der, Enkel­kin­der und Besucher.

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Mehr Infos www.missonihome.com

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