Iota Project: Von kleinen Knoten und großen Ideen

Häkel­deck­chen waren ges­tern! Mit moder­nen Wohn­ac­ces­soires ver­hilft das israe­li­sche Label Iota Pro­ject der Hand­ar­beits-Tech­nik zu einem neu­en Look und Frau­en ohne Aus­bil­dung zu einem Job.

Wenn im Bedui­nen­zelt das Han­dy mehr­mals hin­ter­ein­an­der lei­se klingt, lie­gen neben einem neu­en Auf­trag meist auch gleich noch Fotos, Links oder Tuto­ri­als im Post­ein­gang. Seit zwei Jah­ren haben meh­re­re Bedui­nen­frau­en im Süden Isra­els nun ein eige­nes Ein­kom­men. Sie häkeln desi­gni­ge Tep­pi­che, Decken, Kis­sen oder auch brei­te Schnü­re, die sich – noch ein­mal mit gro­ßen Nadeln gehä­kelt – zur krau­sen Optik eines Sitz­poufs fügen.

Iota-Project-Haekelteppiche-Foto-Ronen-Mangan-decohome.de

Designideen mit sozialem Engagement verknüpfen

Die Idee dazu kam Shu­la Mozes, Grün­de­rin von Iota Pro­ject, als sie an einer gehä­kel­ten Skulp­tur arbei­te­te. „Eigent­lich ist Häkeln ein­fach nur eine Anord­nung von Kno­ten“, dach­te sie bei sich. „Doch ist jeder Kno­ten Teil der Struk­tur.“ Die­ser Gedan­ke gefiel Shu­la so gut, dass sie begann, ihn wei­ter zu spin­nen: Ein Netz­werk für Frau­en ohne Aus­bil­dung, aber mit einem geschick­ten Händ­chen, die sich selbst ihren Lebens­un­ter­halt ver­die­nen können.

Iota-Project-Shula-Mozes-Tal-Zur-decohome.de

Crea­ti­ve Direc­tor Tal Zur mit Iota Pro­ject-Grün­de­rin Shu­la Mozes

Viele kleinen Teile ergeben ein Ganzes

Shu­la erzähl­te ihrer Freun­din Desi­gne­rin Tal Zur von ihrem Plan, der sie sofort zu Expe­ri­men­ten mit Far­ben und For­men inspi­rier­te. „Häkeln ist eine der weni­gen Hand­ar­beits-Tech­ni­ken, die fast über­all auf der Welt ver­brei­tet sind, “ erklärt Tal. „Es ist eine alles ver­bin­den­de Spra­che.“ Und weil schon so etwas Klei­nes wie ein Kno­ten viel bewir­ken kann, war der Name Iota Pro­ject schnell gefun­den: Er lei­tet sich vom kleins­ten Schrift­zei­chen des grie­chi­schen Alpha­bets ab, dem Jota.

Iota-Project-Haekelteppich-decohome.de
 
Iota-Project-bunte-Garne-decohome.de
 
Iota-Project-Fransenteppich-decohome.de
 
Iota-Project-Schaukel-decohome.de
 

Iota Project ist Frauen-Power hoch fünf

Das inzwi­schen fünf­köp­fi­ge Team in Tel Aviv ent­wi­ckelt neben den Designs auch die ver­wen­de­ten Gar­ne aus unter­schied­li­chen Mate­ria­li­en selbst. „Bis vor weni­gen Jah­ren gab es noch viel Tex­til­in­dus­trie in Isra­el,“ erin­nert sich Tex­til­de­si­gne­rin Lion Ben Arosh, Farb­ex­per­tin bei Iota Pro­ject. „Lei­der sind inzwi­schen nur noch weni­ge übrig. Wir arbei­ten mit einem Fami­li­en­un­ter­neh­men, das offen ist für unse­re Ide­en und auch ger­ne etwas ausprobiert.“

Iota-Project-Haekeltutorium-decohome.de

So einzigartig wie jeder von uns

Wir arbei­ten mit Men­schen, die kei­ne Aus­sicht auf eine Anstel­lung haben und bil­den sie aus,“ erklärt Shu­la das Kon­zept. „Wir brin­gen den Frau­en, ent­we­der in unse­rem Stu­dio in Tel Aviv oder bei ihnen daheim, unter­schied­li­che Häkel­tech­ni­ken bei. Wir geben ihnen Auf­trä­ge, betreu­en sie wäh­rend ihrer Arbeit und bezah­len sie fair.“

Der Clou: Jedes fer­ti­ge Stück beglei­tet ein Zer­ti­fi­kat mit dem Namen sei­ner Her­stel­le­rin. So wird nicht nur die Her­kunft des Pro­dukts trans­pa­rent, son­dern trägt auch das Prä­di­kat sei­ner flei­ßi­gen Urheberin.

Iota-Project-jedes-Produkt-traegt-den-Namen-der-Herstellerin-decohome.de

Weltweites Häkelnetz

Das Pro­jekt über die Gren­zen Isra­els hin­aus bekannt zu machen, ist die Visi­on, dem das weib­li­che Power-Team von Iota Pro­ject mit sei­ner Teil­nah­me an der dies­jäh­ri­gen Mai­län­der Möbel­mes­se einen guten Schritt näher gekom­men ist. Als nächs­tes wol­len die krea­ti­ven Damen auch in ande­ren Län­dern Häkel­ge­mein­schaf­ten auf­bau­en. Wir wün­schen beschwingt: Möge das Garn nie­mals ausgehen!

www.iotaproject.com

FacebookTwitterPinterestWhatsAppEmailPrint
Weitere Empfehlungen

Suche starten