Alpine Askese

Ein­rich­ter Axel Ver­vo­or­dt lebt nach der Leh­re des Wabi. Der aus dem Japa­ni­schen stam­men­de Begriff steht für das abso­lut Ein­fa­che, für die Schön­heit der unprä­ten­ziö­sen Din­ge und des Unvoll­kom­me­nen und rich­tet sich nach den Tugen­den japa­ni­scher Zen-Mön­che. Ver­vo­or­dt ergänzt die­se Wer­te für sei­ne Arbeit um die Suche nach Inspi­ra­ti­on und Har­mo­nie in der Natur. In sei­nem Feri­en­haus hoch über dem Schwei­zer Ski­ort Ver­bier im Mont-Blanc-Mas­siv zele­briert er sein Wabi-Ide­al in Vollendung.

Das klei­ne, schlich­te Cha­let wirkt wie ein typi­sches altes Wal­li­ser Bau­ern­haus, doch in Wahr­heit wur­de es erst vor weni­gen Jah­ren von Axel Ver­vo­or­dt und sei­ner Frau May ent­wor­fen und gebaut. Dabei kamen aus­schließ­lich rohe, schmuck­lo­se und soli­de Mate­ria­li­en wie Natur­stei­ne und Holz aus den umlie­gen­den Ber­gen zum Einsatz.

Schon als Kind hat mich die Schön­heit fas­zi­niert, die die Natur mit ihrer Kunst­fer­tig­keit her­vor­ge­bracht hat“, erin­nert sich Ver­vo­or­dt. Die Aus­stat­tung im Innern lässt sich fast schon als spar­ta­nisch beschrei­ben. Die Küche im Erd­ge­schoss bestim­men ein gro­ßer anti­ker Holz­tisch und schlich­te Ein­bau­ten aus schwar­zem Stein und Holz.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Eine ein­fa­che Stein­trep­pe führt in die obe­re Eta­ge, in der sich der größ­te und schöns­te Raum des Hau­ses, das Wohn­zim­mer, befin­det. Das gro­ße Pan­ora­ma­fens­ter gibt einen wei­ten Blick ins und über das Val des Bag­nes frei. Durch ver­glas­te Ter­ras­sen­tü­ren an allen drei Außen­wän­den gelangt man ins Freie. Weni­ge, mit Bedacht aus­ge­wähl­te Anti­qui­tä­ten, denen ein flüch­ti­ges alpen­län­di­sches Flair anhaf­tet, und ein XXL-Sofa mit einem Bezug aus natur­be­las­se­nem Lei­nen zeu­gen davon, mit wie weni­gen Mit­teln ein Raum anmu­tig und wohn­lich wird.

Der offe­ne Kamin wird von drei grau­en Mono­li­then aus der Umge­bung gerahmt. Der haus­ei­ge­nen Phi­lo­so­phie fol­gend gibt es hier kei­nen „eklek­ti­schen Schnick­schnack“, wie Axel Ver­vo­or­dt es nennt. Ledig­lich eini­ge Fund­stü­cke wie alte Kera­mik­va­sen, ver­wit­ter­te Holz­scha­len sowie gelieb­te Bücher ergän­zen den mini­ma­lis­ti­schen Mix.

Die strin­gen­te Umset­zung der Wabi-Leh­re ist selbst einer ihrer Bestand­tei­le und Schlüs­sel, dass sie funk­tio­niert. Axel Ver­vo­or­dt hat sie zu einem erfolg­rei­chen Unter­neh­mer gemacht. Sein Ein­rich­tungs­stil ist mar­kant, aber indi­vi­du­ell. Dahin­ter steht ein kla­res Kon­zept, das Räu­me authen­tisch macht, weil es in einer Welt kon­ven­tio­nel­ler Sta­tus­sy­mo­le auf die­se ver­zich­tet und genau des­we­gen luxu­ri­ös ist. Es ist, was es nicht ist.

 
 
 
 
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