Horsch Interiors: Kunst und Antiquitäten mit modernem Touch
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Charlotte und Nicolas Horsch vertreiben und leben mit Antiquitäten. Wir waren in Ashausen bei Hamburg zu Besuch und haben verstanden, weshalb das absolut nicht altbacken sein muss. Ein Plädoyer.

Das Problem liegt wie so oft in der Sache selbst: Das Wort Antiquität klingt doch irgendwie antiquiert. Dabei gibt es sie noch – oder wieder: junge Menschen, die Schönheit im Alten erkennen, es in einen neuen Kontext verschieben und damit ganz zwanglos zukunftsfähig machen. „Im Grunde genommen sagt einem jeder Händler, dass Antiquitäten im Moment nicht laufen. Wir erleben aber das absolute Gegenteil. Solange man die richtigen Dinge aussucht“, befindet Nicolas Horsch.

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Im Team mit seiner Frau Charlotte schickt er elegant Gealtertes über junge Medien in die ganze Welt. Die Web-Datenbanken 1st Dibs, Decorative Collective sowie Instagram übernehmen das Networking (hier geht’s zum Instagram-Profil). Die meisten Möbel schippern sie noch Richtung Großbritannien und USA. Deutsche und Festland-Europäer im Allgemeinen stehen der Investition via Internet eher skeptisch gegenüber. „Ein amerikanischer Kunde hat überhaupt kein Problem damit, sich ein sehr teures Louis-seize-Sofa online zu bestellen und schicken zu lassen“, erzählt Nicolas.

In naher Zukunft soll daher eine alte Kornmühle in den südlichen Ausläufern Hamburgs die guten Stücke ihres Labels Horsch Interiors auch greifbar machen.

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Als die beiden vor sieben Jahren von München zurück nach Ashausen zogen, begann alles mit ein paar schwedischen Standuhren und ersten Einrichtungsprojekten auf Sylt. Mittlerweile haben sie sich auf den Ver­trieb von französischen und gustavianisch-schwedischen Stücken spezialisiert. Nicolas präzisiert: „Die Antiquitäten, die noch immer gefragt sind, müssen die Konkurrenz von coolen Midcentury-Teilen aushalten. Sie dürfen daneben nicht lächerlich wirken.“

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Eben das mache die Schweden und die „recht schlichten, knorzigen flämischen Dinge“ nach wie vor so beliebt. Man müsse nur mit ihnen umzugehen wissen. Zu einer gustavianischen Kommode würden die Einrichter immer eine kontrastierende Tischleuchte kombinieren: Chrom, italienisches Design der 50er-Jahre, dazu ein modernes, abstraktes Bild, dezente Farben.

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Die Tiefe kommt über Texturen. Wo andere auf Muster setzen, arbeiten Charlotte und Nicolas lieber gut strukturiert: Einem Sofa­bezug aus grobem Leinen stehen zum Beispiel Velourskissen in besonderem Maße. „Gerade die Mischung Leinen/Samt ist etwas sehr Feines und Einfaches, weil es ein Gegensatz ist.“ Sanfte Reibung erzeugt Ent­spannung.

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Die Melange à la Horsch ließe sich wohl am besten als reduzierte Klassik bezeichnen. Und sie ist ein laufender Prozess. „Den Zustand, dass etwas fertig ist, gibt es nicht. Vielleicht einen gewissen Grad der Perfektion, aber ein Haus oder ein Garten ist immer etwas Lebendiges. Geschmack verändert sich und darf sich verändern. Es gibt kaum Schlimmeres als ein Interieur, das wirkt, als habe man es mit dem Lineal gezogen.“

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Aller Leidenschaft zum Trotz kann Nicolas nicht ausschließen, dass sie in fünf Jahren die Antiquitäten rausschmeißen und nur noch mit Midcentury-Möbeln wohnen. Wer kann das schon? Wichtig bleibt nur, wie sich ein Raum anfühlt. Und das habe mal ein Sylter Kun­de besonders schön ausgedrückt: wie der Lieblings-Kaschmir­pullover.

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Horsch Antiques and Interior Design, www.horschinteriors.com

Fotos & Styling: Victoria Ahmadi

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